Vom Self-Publishing zur Verlagsautorin: Cornelia Zogg und … Dämonenherz

Dämonenherz, Zur Hölle mit der Liebe, Cornelia Zogg, 306 Seiten, VÖ: 07.01.15, 0,99 Euro

 

Die mir kürzest mögliche Zusammenfassung von Cornelia Zoggs erstem Roman Dämonenherz, erschienen am 07.01. 2015 bei feelings – emotional eBooks, Verlagsgruppe Droemer Knaur:  Eine geknechtete Büroangestellte und ein gejagter Erzdämon. Und da wird dann Liebe draus. Kann das gut gehen? Fragen sich nicht nur Himmel und Hölle. 

Am Anfang stand ein Verlagswettbewerb. Da lernte ich Cornelia kennen, ich schrieb eine Rezension anhand der Leseprobe, die ich sehr spannend fand. Vor gut einer Woche  ist Dämonenherz bei der Verlagsgruppe Droemer erschienen – was ich gern zum Anlass nehme, Cornelia ein paar Fragen zu dem Lebenslauf, dem Werdegang ihres Buches zu stellen, den ich E-Book-mäßig intelligent finde. Mit E-Book-mäßig intelligent meine ich: die Möglichkeiten einer Überarbeitung anhand von Rezensionen, Kritiken und Meinungen und dann den schnellen Umschlag nach einer Überarbeitung.

T.F. Liebe Cornelia, wir lernten uns  schätzungsweise vor eineinhalb Jahren kennen, als ich eine Rezension für Dämonenherz schrieb. Ich weiß noch, dass ich die Geschichte um einen Erzdämon in Schwierigkeiten, der auf das leicht tapsige Mädchen Irial trifft, äußerst charmant fand. Dann hast du hast beim Neobooks Literaturwettbewerb mitgemacht … und dann?

C.Z. Ich hatte das Werk zuerst als Leseprobe online und habe da schon einige Rezensionen gesammelt. Aufgrund derer habe ich dann ein paar Überarbeitungen vorgenommen und Anfang 2014 den Schritt gewagt, ins Self-Publishing zu gehen damit. Da ich das Werk über Neobooks herausgebracht hatte, konnte ich Dämonenherz auch weiterhin im Verlagswettbewerb laufen lassen. Dort landete ich dann nach einer Weile in der Top 10 bei den Self-Publishing-Werken und konnte mich auch sehr lange halten. Lustigerweise wurde direkt vor dem nächsten Wettbewerbstermin (der alle drei Monate festgelegt war) das System gewechselt. Von einer einfachen Top-10 Liste zu einem Scouting, bei dem die Lektoren des Verlages Werke auswählen, die näher geprüft werden sollen. Mein Dämonenherz verschwand in der „Versenkung“ sozusagen und ich war sehr enttäuscht, da ich wirklich knapp davor war, durch die Platzierung im Lektorat zu landen. Ich hatte schon mit nichts mehr gerechnet, da kam der Bescheid von neobooks, dass mein Werk beim Scouting ausgewählt worden sei und ich doch bitte das Manuskript usw. einsenden soll. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Vor allem, als dann ein paar Wochen später das E-Mail aus dem Lektorat kam, dass Droemer Knaur mein Buch gerne unter dem feelings-Label publizieren möchte. Das wär der bisher wohl grösste Moment in meinem Leben. Da ging ein Traum in Erfüllung!

T.F. Dämonenherz, Zur Hölle mit der Liebe bewegt sich zwischen den Polen Liebe und Fantasy, was meinst du, in welche Richtung schlägt das Pendel mehr aus?   

C.Z. Ich bin da etwas zwiegespalten, muß ich sagen. In der ersten Hälfte dominiert klar die Beziehung zwischen Raciel und Irial – da ist es definitiv die Liebe. Allerdings ändert sich das in der zweiten Hälfte und ich habe den Fokus bewusst auf die Entwicklung meiner Protagonistin Irial gelegt und die Beschreibung von Himmel und Hölle. Da rutscht es definitiv stärker zu Fantasy. Die Liebe ist dann primär der Auslöser für Irials persönliche Entwicklung.

T.F. Ich hatte bei Dämonenherz ein wenig das Gefühl – oder das Bedürfnis nach Fortsetzung. Liege ich richtig oder falsch?

C.Z. Hihi… Das haben sich schon ein paar gewünscht, allerdings ist im Moment keine Fortsetzung geplant. Ich schreibe meistens aus dem ‚Bauch‘ heraus. Meine Muse sagt mir da ganz genau, was sie von mir erwartet und zurzeit habe ich keine Ambitionen für eine Fortsetzung. Da haben andere Projekte noch den Vorrang. Aber ich kann es natürlich nicht ausschließen. Man weiß ja nie, wann eine gute Idee ‚zuschlägt‘. Dann hab ich jeweils keine Wahl – dann muss ich sie niederschreiben.

T.F. Was würdest du anderen Self-Publishern empfehlen? Sich mit Manuskript oder Leseprobe um einen Verlagsvertrag bei einem E-Book (von mir aus auch Print-Verlag) bewerben oder sich als Einzelkämpfer durch das Netz schlagen?

C.Z. Das ist eine schwierige Frage. Ich hatte im Self-Publishing ein großes Problem: Die Rechtschreibung. Außerdem hatte ich als Schweizerin ab und an falsche Begriffe (Anm. TF: Nicht falsch, vllt. anders) oder Satzstellungen. Da muss ich sagen, hat mir das Lektorat vom Verlag sehr viel geholfen. Allerdings ist das Self-Publishing ein guter Weg, um mal irgendwo anzufangen. Auf herkömmlichem Weg in einen Verlag aufgenommen zu werden, ist wahnsinnig schwer und nach der zwanzigsten Absage wird man allenfalls auch demotiviert. Jeder der schreibt, tut das aus einer Leidenschaft heraus und was gibt es Schöneres, als wenn ein Buch auch gelesen wird und nicht irgendwo auf der Festplatte verstaubt. Daher rate ich jedem, auch den Mut zu haben, ins Self-Publishing zu gehen. Selbstverständlich ist das kein Grund, auf Bewerbungen bei Verlagen zu verzichten. Aber man ist dann immerhin schon mal ‚im Business‘ und kann vielleicht bei den Bewerbungen sogar schon Platzierungen und Rezensionen beilegen.

T.F. Vielen lieben Dank, Cornelia und viel Erfolg! 

 Dämonenherz bei Lovelybooks